Viele Dank für der Sendung

Für 30 Minuten hat die deutsche Sprache nur noch einen einzigen bestimmten Artikel – und der heißt „der“. Das ist nur eine von vielen Erkenntnissen, die uns „Der Popolski Show“ letzten Sonntag beschert hat. Darüber hinaus konnte man feststellen, dass beim produzierenden WDR wohl jemand einen Nostalgischen bekommen zu haben scheint. Denn seit „Schmidteinander“ hat man vom Kölner Sender nichts derart Anachristisches mehr zu sehen bekommen. Eigentlich kein Wunder. Hinter dieser Sendung steckt Achim Hagemann. Der hat Ende der 80-er Jahre schon „Total normal“ mit Hape Kerkeling verbrochen. Wer die Sendung damals nicht gesehen hat, weiß spätestens beim Wort „Hurz“, was gemeint ist. Damals in der Volkshochschule am Klavier: Achim Hagemann („May be, we could repeat the second set an play it.“).

Das Konzept von „Der Popolski Show“ ist wunderbar beknackt: Eine polnische Familie aus Zabrze hackt sich ins WDR-Programm und produziert aus der heimischen Plattenbausiedlung im 12. Stock eine Late-Night-Show. Die hat nur ein einziges Ziel: die Welt darüber aufzuklären, dass es Opa Popolski war, der damals die Pop-Musik erfunden hat. Dabei kommt es immer wieder zu Sendeausfällen, die erholsamer sind als so manches andere Programm auf diesem Sendeplatz. Zum Beweis für ihre durchgeknallte Musiktheorie spielt die hauseigene Band aus einer Vielzahl von Brüdern und Neffen Hits wie „Sex Bomb“ als Hochgeschwindigkeits-Polka. Außerdem singt hier nicht Tom Jones, der den Song ja eh nur geklaut hat, sondern der einzig wahre Tomek Popolski. Außerdem treten Gaststars auf, die gestehen, dass ihre Musik tatsächlich von Opa Popolski stammt. Dieses Mal war Thomas Anders via Dia-Leinwand zugeschaltet, der dann auch gleich den einzigen Song anstimmte, den er und Dieter Bohlen nicht für Modern Talking verwendet haben: „Ei Dobrze Dobrze Dralla“ – ein Titel, den man ohne Probleme als legitimen Nachfolger von „Das ganze Leben ist ein Quiz“ bezeichnen kann.

Insgesamt drei Folgen will der WDR von dieser Zwerchfell-erschütternden Show zeigen. Man kann nur hoffen, dass es noch einige mehr werden.

Nettes Detail am Rande: Fans der Götz-Alsmann-Band konnten bei „Der Popolski Show“ erleben, was aus dem ehemaligen Mitglied Ludwig Götz geworden ist. Er ist jetzt auch ein Popolski und spielt in Zabrze die Posaune.

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