Viel Zeit für nichts

Das „Aktuelle Sportstudio“ hat einen unschlagbaren Vorteil gegenüber der „Sportschau“: Durch den späteren Sendezeitpunkt können spieltagsrelevante Ereignisse viel intensiver recherchiert und neue Erkenntnisse für die Zuschauer gewonnen werden – so lautet jedenfalls das Selbstverständnis des ZDF. Dass zwischen gut gemeint und gut gemacht oft Welten liegen, bewiesen die ZDF-Reporter Thomas Wark und Rolf Töpperwien am Samstag bei ihrer Berichterstattung über das Bundesliga-Spiel Bayern München gegen VfL Wolfsburg. Nachdem Bayern-Spieler Willy Sagnol bereits in der „Sportschau“ völlig überraschend seine Wechselabsichten bekanntgegeben hatte, erwartete der Zuschauer im „Aktuellen Sportstudio“ dann weitere Aufklärung. Die schien sich von höchst kompetenter Stelle anzubahnen, schließlich hatte Rolf Töpperwien Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld zum großen Interview vors Mikrofon gebeten.

Was dann jedoch folgte, lässt sich mit „Trauerspiel“ nur unzureichend umschreiben. Das große Interview war nicht live, sondern wurde zu einem Zeitpunkt aufgezeichnet, als Turbo-Töppi und Hitzfeld noch gar nichts von der Sagnol’schen Verbal-Eruption wissen konnten. An sich kein Problem – doch anstatt sich vom Bayern-Trainer später noch einmal ein Exklusiv-Statement zu holen, begnügte sich die Sportstudio-Redaktion mit der größtmöglichen Dünnbrett-Variante: Sie wiederholte einfach nur die Sagnol-Äußerung, die wir Zuschauer bereits aus der „Sportschau“ kannten. So ein „Sportstudio“ kann sich das ZDF künftig sparen und stattdessen Marianne & Michael senden. Auch Heino braucht ja zurzeit wohl etwas Kohle.

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